Gehäuse für Banana Pi im Selbstbau

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Ich wollte einen Banana-Pi mit Festplatte und Netzteil in einem Gehäuse unterbringen. Im Handel habe ich nur Gehäuse für das Board an sich gefunden und keines, das auch die Peripherie aufnehmen kann. Da ich nicht das gesamte Gehäuse selbst bauen wollte (OK, ich habe etwas geschummelt bei der Überschrift…), machte ich mich bei Elektronik-Läden auf die Suche nach einem Universal-Gehäuse. Leider erfolglos – da das Gehäuse im Zimmer sichtbar sein wird, fand ich keines, das für meinen Geschmack gut genug aussah. Bei einem Deko-Shop fand ich dann eine kleine schlichte Holzschachtel, die die benötigten Maße hatte, um alles unterzubringen, aber auch nicht zu groß war (Innenmaße (LxBxH): 14,5cm x 14,5cm x 6,5cm).

Anordnung der Komponenten

Das Board wurde mit Abstandhaltern und Senkschrauben auf zwei kleine Holz-“Ski” aufgebockt. So passen Banana Pi und Festplatte nebeneinander in das Gehäuse und die Anschlüsse des Boards werden nicht von der Festplatte blockiert. Um das Board näher an den Gehäuserand setzen zu können, wurde die gelbe Analog-Videobuchse mit Hilfe eines Lötkolbens entfernt:

Da zusätzlich zur SATA-Platte ab und zu auch eine USB-Platte zu Backup-Zwecken angeschlossen werden soll, habe ich mich für ein ausreichend starkes Netzteil entschieden (bis zu 2,4 Ampere). Leider stellte sich heraus, dass das Netzteil mit eingesteckten Kabeln (Stromkabel auf der einen Seite und USB-Kabel auf der gegenüberliegenden Seite) zu lange für das Gehäuse war. Daher wurde der Stecker abgesägt und das Stromkabel direkt an das Netzteil angelötet. Schrumpfschläuche sorgen für die nötige Isolierung:

Belüftung und Anschlüsse

Ein paar Löcher im Gehäuse direkt unter dem Prozessor des Boards sorgen für ausreichende Luftzufuhr. Für die Abluft wurde zwischen Gehäuse und Deckel ein kleiner Schlitz gelassen. Dazu später mehr.

Der kleine Rechner soll nur als Datenhalde dienen. Daher genügte es, Netzwerk- und USB-Anschlüsse von außen zugänglich zu machen. Ein kleines, mit dem Dremel ausgesägtes rechteckiges Loch an der Seite ist hierfür ausreichend. Der USB-Anschluss des Boards ragt knapp in das Loch hinein und stößt oben an, so dass er sich quasi am oberen Rand des rechteckigen Lochs abstützt. Perfekt, denn so entstehen beim Einstecken von USB-Geräten keine Kräfte nach oben, die im Laufe der Zeit die Verklebung des Boards am Gehäuse lösen könnten. Durch ein kleines gebohrtes Loch nebenan findet das Netzkabel den Weg nach draußen:

Befestigung der Komponenten

Das Board wurde auf seinen Holz-“Ski” mit Kontaktkleber (Uhu-Por) auf den Boden des Gehäuses geklebt. Auf die Festplatte wurden am Rand flache Schaumstoffplättchen geklebt. Dabei wurde darauf geachtet ein kleines beschriftetes Loch frei zu halten, das für Druckausgleich sorgen muss. Daraufhin wurde die Festplatte kopfüber neben das Board eingesetzt – die Schaumstoffplättchen sorgen für Dämmung: die Platte berührt das Gehäuse nicht direkt, sondern nur die angeklebten Schaumstoffplättchen.
Über der Festplatte wurde das Netzteil an den Rand des Gehäuses geklebt. Danach wurden alle Kabel angeschlossen:

Deckel

An zwei gegenüberliegenden Ecken wurden Holzdreiecke unter den Deckel geklebt, die minimal über den Rand des Deckels herausragen, so dass der Deckel im Gehäuse klemmt. Die Oberseite des Deckels wurde aus optischen Gründen weiß lackiert:

Damit der Deckel nicht ganz schließt, liegt er auf Stäben auf, die in die Ecken des Gehäuseinneren geklebt wurden. Durch den so entstehenden 2mm kleinen Spalt zwischen Gehäuse und Deckel kann die Abluft gut entweichen:

Ergebnis

Das fertige Gehäuse macht sich nun nicht nur unter sondern sogar auf dem Schreibtisch gut – die LEDs leuchten durch den Spalt unter dem Deckel dezent nach außen. Sehr schick wie ich finde:

Das Gehäuse sollte auch problemlos für einen Raspberry Pi oder anderen Einplatinencomputer passen, der ähnliche Maße wie der Banana Pi hat. Falls jemand durch diesen Beitrag angeregt wurde, das Gehäuse genau so, ähnlich, oder vielleicht auch ganz anders nachzubauen, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

Update 17.06.2016: Da die Temperatur der “internen” SATA-Festplatte vor allem unter Last (kopieren von großen Dateien) relativ hoch war, wurden noch ein paar Löcher in das Gehäuse direkt unter der Festplatte gebohrt. Durch die verbesserte Luftzufuhr liegt die Temperatur der Festplatte nun zwischen 35°C und maximal 45°C.

Was ich bisher nicht erwähnt hatte, sind die an das Gehäuse geklebten Filzfüßchen. Diese sind auch sehr wichtig, damit überhaupt Luft zu den Löchern gelangen kann:



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Kommentare

  1. Andreas

    Hallo Bernhard, danke für die tolle Anleitung. Allerdings bin ich nicht so der Basteltalentierte und würde supergerne ein Gehäuse aus vorgefertigtem PVC kaufen. Echt blöd, dass es so etwas im Zubehör nicht gibt. Oder weißt Du mittlerweile Neues?
    LG Andreas

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    Hallo Andreas,
    ich habe ja jetzt ein Gehäuse, daher habe ich aufgehört nach Lösungen aus PVC zu suchen. Vielleicht hast du ja einen Freund, der basteltalentiert ist und dir helfen kann?
    Viele Grüße, Bernhard

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