Demoka MiniMoka M203 pimpen – Totraum minimieren

Es gibt schon einige Anleitungen zum Beispiel im Kaffee-Netz-Forum, was man aus seiner Demoka so alles rausholen kann, damit sie weniger Lärm macht, einen Timer bekommt, weniger rumsaut, oder auch weniger Totraum hat, in dem sich Kaffeemehl sammelt (anderer Lösungsversuch hier).

Letzteres ist auch mein Problem gewesen, da ich nur zwei bis drei Male in der Woche Cappuccino oder Espresso (oder gelegentlich einen Latte Macchiato) genieße – wenn dann noch fünf Gramm alter Kaffee aus der Maschine gedrückt werden, bevor der frische kommt, ist das nicht lecker.

Ich hatte nun aber diese Demoka bekommen, die für kleines Geld sehr gut mahlt. Wie also möglichst jedes Körnchen Kaffeemehl aus der Maschine holen?

Mein Ansatz war relativ radikal: Die Maschine hat von Haus aus einen recht langen Kanal aus Guss(-Zink?), bevor das Mehl in einen Kunststoffrüssel gelangt und von da aus in ein Auffanggefäß (bestenfalls direkt in das Sieb). Das Übel bei der Wurzel packen heißt, diesen Kanal zu verkürzen! Ich hätte ihn gern mit der Eisensäge direkt hinter den Mahlscheiben von oben bis unten abgesägt, jedoch liegt unter den Mahlscheiben, im Gehäuse der Maschine, noch ein großes Zahnrad, deutlich größer im Durchmesser als die Mahlscheiben selbst. Da muss das Kaffeemehl also noch rüber, bevor es frei fallen kann. Dennoch versprach ich mir etwas davon, den Kanal zumindest breiter zu machen, so dass ich mir die Bügelsäge packte und ihn, so dicht am Mahlwerk, wie ich mich traute, von oben bis zur Grundplatte, absägte:

MiniMoka Demoka abgesägt

Das ging trotz der massiven Ausführung des Gussteils erstaunlich schnell: Einige Minuten sägen, fertig.

Ohne weitere Arbeit hatte ich jetzt natürlich die perfekte Kaffeemehl-Schleuder mit dem wahrscheinlich weltbesten Streuwinkel aller Zeiten. Ich experimentierte also ein wenig mit sich trichterförmig seitlich öffnenden Kanälen, die am Ende alle den gleichen Nachteil hatten: Das Mehl blieb auf der unteren Platte liegen und staute sich nach oben auf, bis die Kante erreicht war, an der es frei fallen konnte.

Kaffeemehlschleuder

Und nun?

Direkt in das Kaffeesieb mahlen kann man sich bei der Demoka eh abschminken, da es zuviel Sauerei gibt. Wenn ich also eh ein Auffanggefäß brauchte, konnte ich mir auch eins bauen, das das Kaffeemehl möglichst dicht am Mahlwerk direkt auffängt! Und dicht ans Mahlwerk kam ich ja nun wirklich ran.

Ich will dich nicht auf die Folter spannen, das Ergebnis sieht so aus, und es funktioniert wirklich gut:

Sammelbehälter für das Kaffeemehl

Wichtigstes Bauteil ist das Edelstahl-Blech, denn dessen dünne Wandstärke (0,5mm) erlaubt es, mit der Kante, ab der der Kaffee fallen kann, nah dran zu bleiben. Außerdem streckt es seine Zunge raus bis in den nach dem Absägen noch verbleibenden Kanal, so dass dort hängender Kaffee noch weitestgehend eingefangen wird.

Wichtig auch die beiden Buchenholz-Keile, deren Spitzen bis an den Kanal heranreichen, dann sich jedoch schnell zurückziehen, so dass der Kaffee auf voller Breite austreten kann.

Das restliche Gehäuse besteht aus dünnem Sperrholz, denn da ich den Kaffee ab und zu wiege, durfte das Gefäß nicht zu viel selbst auf die Waage bringen, um noch einigermaßen genau wiegen zu können. Das ganze Gefäß wiegt selbst gute 70g, ein Großteil davon dem Blech geschuldet.

Die Sperrholzteile sind auf Gehrung geschnitten und verleimt. Holz und Metall habe ich mit Uhu Hart geklebt – hält bis jetzt gut.

Behälter an der Mühle – passgenau

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